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 Die frei downloadbare SISTEMA liefert eine hierarchische Projektdarstellung mit Sicherheitsfunktion, Subystemen, Kanälen, Blöcken und Elementen



SISTEMA ist eine vom deutschen Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BGIA) entwickelte PC-Software zur Berechnung und Bewertung der Sicherheit von sicherheitsbezogenen Steuerungssystemen (SRP/CS) von Maschinen im Rahmen der EN ISO 13849-1.

Qualitätsmanagement


 Normen
 

Achtung: Übergangsfrist EN 954-1 wurde verlängert!

Der europäische Maschinenausschuss hat im Dezember 2009 die Übergangsfrist der EN 954-1 verlängert.
Der Vertreter der EU-Kommission, Mr. Ian Fraser, hat am 23.12.09 mitgeteilt, dass im Europäischen Amtsblatt C 231 vom 29.12.09 eine Ergänzung zur Be-kanntmachung der Liste der harmonisierten Normen vom 18.12.09 veröffentlicht wird.

Darin wird bekannt gemacht:
Das Ablaufdatum der Konformitätsvermutung der EN 954-1 ist um zwei Jahre verlängert.
Zu beachten ist laut Hans-J. Ostermann (www.maschinenrichtlinie.de), dass es bereits Produktnormen gibt, die auf die EN ISO 13849-1 verweisen und andere Produktnormen teilweise hierauf umgestellt wurden. Für Produkte, die auf diesen Normen basieren, würde die Anwendung der alten Norm EN 954-1 dann keine Konformitätsvermutung mehr auslösen.

Weiterhin gilt: Die Norm EN 954-1 ist auf neue Technologien nicht anwendbar. Auch ist nach den allgemeinen Grundsätzen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG der Stand der Technik einzuhalten, den auch die Marktüberwachungsbehörde bei einer eventuellen Produktprüfung als Maßstab heranzieht. Maschinen und Anlagenbauer müssen deshalb selbst prüfen, ob die alte Norm EN 954-1 für ihr Produkt den stand der Technik darstellt oder ob dieser die EN ISO 13849-1 widerspiegelt.

Finden Sie hier unsere komplete ISO 13849-1 Normen Erklärungen 



1. Sicherheit von Mensch und Maschine
 
Die Anforderungen an die Absicherung von Maschinen haben sich mit fortschreitender Automatisierung sehr verändert. Früher wirkten Absicherungen im Arbeitsablauf störend, daher wurde oft auf Schutzeinrichtungen verzichtet. Heute lassen sich die Schutzeinrichtungen sehr gut in den Arbeitsprozess integrieren. Aus diesem Grund sind zuverlässige und in den Arbeitsprozess integrierte Schutzeinrichtungen unverzichtbar.


2. Europäische Richtlinien
 
Die Maschinenrichtlinie
 
Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG richtet sich an Hersteller und Inverkehrbringer von Maschinen und Geräten. In der Maschinenrichtlinie werden die aufgaben zur Erfüllung der Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen festgelegt. Hersteller sind verpflichtet, die geltenden Sicherheitsbestimmungen bereits in der Konstruktion zu berücksichtigen. Um die Konformität der Maschine mit der Richtlinie zu dokumentieren, muss der Hersteller das CE-Zeichen an jeder Maschine sichtbar anbringen und eine EG-Konformitätserklärung mitliefern.
Sie gilt für die Herstellung von Maschinen sowie für einzeln in den Verkehr gebrachte Sicherheitsbauteile, aber auch für gebrauchte Maschinen und Geräte aus Drittländern, die erstmals im europäischen Wirtschaftsraum in den Verkehr gebracht werden (z.B. USA/Japan).
 
Ab dem Stichtag 29.12.2009 ist nur die neue Maschinenrichtlinie 2006/42/EG anzuwenden!
 
Normen
 
Eine Norm wird von der Kommission der Europäischen Gemeinschaft an die entsprechenden Gremien in Auftrag gegeben. Hier werden nun die technischen Spezifikationen zur Erfüllung der wesentlichen Sicherheitsanforderungen der richtlinie festgelegt. Sobald sie durch die Abstimmung angenommen ist, wird die Norm im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft veröffentlicht. Erst dann gilt sie als eine harmonisierte Norm und ersetzt alle nationalen Normen zu diesem Thema.



3. Die neuen Normen

Um die Anwendbarkeitsgrenzen der Norm EN 954-1 zu überwinden, sind zwei neue Normen eingeführt worden. Die EN ISO 13849-1 und die IEC 62061. Beide Normen verbinden die Wahrscheinlichkeit und deterministische Konzepte miteinander, um dem technologischen Fortschritt gerecht zu werden.
Bei den Anwendungskriterien haben beide Normen eine reihe von Unterschieden und Überschneidungen.
 
EN ISO 13849-1:
 
„Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen-Teil 1 Allgemeine Geltungsleitsätze“
Diese Norm darf auf SRP/CS Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen  und aller Arten von Maschinen, ungeachtet der verwendeten Technologie und Energie (elektrisch, hydraulisch, pneumatisch, mechanisch, usw.) angewendet werden.
Die EN ISO 13849-1 stellt auch Anforderungen für SRP/CS mit programmierbaren elektronischen Systemen bereit.
 
EN IEC 62061
 
„Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer elektronischer und programmierbarer Steuerungssysteme“
Diese Norm legt Anforderungen fest und gibt Empfehlungen für den Entwurf, die Integration und Validierung von sicherheitsbezogenen elektrischen, elektronischen und programmierbaren elektronischen Steuerungssysteme (SRECS) für Maschinen.
Sie legt keine Anforderungen für die Leistungsfähigkeit von nicht-elektrischen (z.B. hydraulischen, pneumatischen, elektromechanischen) sicherheitsbezogenen Steuerungselementen für Maschinen fest.
 
EN ISO 13849-1 Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen
 
Die komplexen mathematischen Formeln der Systemzuverlässigkeitstheorie wurden durch vorausberechnete Tabellen ersetzt. Einige Konzepte der EN 954 sind beibehalten worden, d.h. Kategorien, Redundanz, Überwachung. Einige sind modifiziert worden, d.h. Risikograph, Kategorieauswahl.
Um die Beständigkeit gegen gefährliche Ausfälle zu bewerten, ist das Konzept der Kategorie durch das des Leistungsgrads (PL, Performance Level) ersetzt worden; PL ist die Fähigkeit der sicherheitsbezogenen Teile von Maschinensteuerungssystemen (SPR/CS), Schutz unter spezifizierten Betriebsbedingungen zu gewährleisten.
Der zur Bewertung des PL des Sicherheitssystems verwendeten Parameter ist die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Ausfalls pro Stunde. Ein Ausfall wird als gefährlich betrachtet, wenn er die Schutzfunktion des Systems verhindert, wenn er nicht ermittelt wird.
Es sind fünf grade vorgesehen, von PLa bis PLe.

Je größer der Beitrag zur Verringerung des Risikos ist, desto niedriger ist die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen  Ausfalls pro Stunde.
Die DIN EN ISO 13849-1 setzt auf den bekannten Kategorien der EN 954-1: 1996 auf. Sie betrachtet nun ebenfalls komplette Sicherheitsfunktionen mit allen an ihrer Ausführung beteiligten Geräte.
Mit der EN ISO 13849-1 erfolgt über den qualitativen Ansatz der EN 954-1 hinaus auch eine qualitative Betrachtung der Sicherheitsfunktionen. Aufbauend auf den Kategorien werden hierfür Performance Level (PL) verwendet.
Für Bauteile/Geräte sind folgende sicherheitstechnische Kenngrößen notwendig:
  • PL: Performance Level  (a, b, c, d, e)
  • MTTFd: Mittlere zeit bis zu einem gefährlichen Ausfall
  • B10d: Anzahl der Zyklen bei denen 10% einer Stichprobe der betrachteten verschleiß behafteten Komponenten gefährlich ausgefallen sind
  • DC: Diagnosedeckungsgrad (en: diagnostic coverage)
  • CCF: Ausfall aufgrund gemeinsamer Ursache (en: common cause failure)
  • TM: Gebrauchsdauer, Vorgesehener Verwendungszeitraum (en: mission time)

Um einen bestimmten PL zu beanspruchen, muss zusätzlich zur Berechnung der durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Ausfalls pro Stunde für das entsprechende Steuerungssystemm auch die Übereinstimmung mit den durch Normen spezifizierten Qualitätsanforderungen nachgewiesen werden.

Der errechnete PL muss Validiert werden, unter Berücksichtigung der Norm EN 13949-2 Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungssystemen, Validierung, definitionsverfahren, tests und analysen zur Bewertung:

  • der bereitgestellten Sicherheitsfunktion
  • der erreichten Kategorie
  • des erreichten Leistungsgrads

4. Bestimmung des sicherheitsbezogenen Elements und Zuteilung des geforderten Leistungsgrads - PLr
 
Der Planer des SRP/CS legt für jede bestimmte Sicherheitsfunktion (siehe EN 1050 / EN ISO 14121 Risikobewertung) den Betrag zur Verringerung des Risikos fest, den es bereit stellen muss.
Wenn mehr als eine sicherheitsbezogene Funktion ermittelt wird, muss für jede Funktion der PLr ermittelt werden.
 
Risikograph nach EN ISO 13849-1

Risikoparameter:

S Schwere der Verletzung
S1 leichte (üblicherweise reversible Verletzung)
S2 ernste (üblicherweise irreversible Verletzung einschließlich Tod)
F Häufigkeit und/oder Dauer der Gefährdungsexposition
F1 selten bis weniger häufig und/oder die Zeit der Gefährdungsexposition ist kurz
F2 häufig bis dauernd und/oder die Zeit der Gefährdungsexposition ist lang
P Möglichkeit zur Vermeidung der Gefährdung oder Begrenzung des Schadens
P1 möglich unter bestimmten Bedingungen
P2 kaum möglich
 
Planung des sicherheitsbezogenen Steuersystems und Berechnung des PL
 
Nach Festlegung des erforderlichen PLr wird ein geeignetes SRP/CS festgelegt, der sich ergebene PL berechnet und sichergestellt, dass dieser gleich oder höher als der PLr ist.
Die EN ISO 13849-1 vereinfacht die Berechnung durch eine Tabelle nach dem Markov-Modell, in der die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Ausfall pro Stunde für verschiedene Kategoriekombinationen vorausberechnet sind.
MTTFd
(mittlere Zeit jedes Kanals bis zum gefahrbringenden Ausfalls)
DC
Diagnosedeckungsgrad
Bezeichnung für jeden Kanal Bereich für jeden Kanal Bezeichnung Bereich
niedrig 3 Jahre < MTTFd> 10 Jahre kein DC< 60%
mittel 10 Jahre < MTTFd > 30 Jahre niedrig 60%<DC<90%
hoch 30 Jahre < MTTFd> 100 Jahre mittel 90%<DC<99%
hoch 99%<DC

Die Kombination aus Kategorie und eingesetztem DCavg wird in sieben Spalten in der Abbildung der Norm EN ISO13849-1 dargestellt.
 
Legende
PL Performance Level
MTTFd jedes Kanals = niedrig
MTTFd jedes Kanals = mittel
MTTFd jedes Kanals = hoch
 


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